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Kenntnisse in arabischen/afrikanischen Sprachen wünschenswert

Ausschreibung als PDF

Der DFG-Sonderforschungsbereich 1342 „Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik“ an der Universität Bremen sucht für das Teilprojekt B9 („Transnationale Wohlfahrt: Aufstieg, Zerfall und Renaissance der Sozialpolitik in Afrika“; Projektleitung: Prof. Dr. Klaus Schlichte & Dr. Alex Veit)

2 studentische Hilfskräfte am Arbeitsort Berlin zum 01.07.2018 für folgende Aufgaben:


– Quellenrecherche in der Zeitungsabteilung der Staatsbibliothek Berlin zu Sozialpolitik in verschiedenen afrikanischen Ländern (Ägypten, Senegal, Südafrika, Tansania, Tunesien, Uganda),
– Literaturbeschaffung, Erstellung von (Quellen-)-Bibliographien und Kopierarbeiten,
– Aufbereiten von Texten.

Erwartet werden:
– Nachweis eines Studiums von mindestens 3 Semestern in einem sozial- oder geisteswissenschaftlichen Studiengang,
– Nachweis guter Studienleistungen,
– sehr gute Fremdsprachenkenntnisse in Englisch und/oder Französisch.
Gute Kenntnisse in einer oder mehreren der folgenden Sprachen sind wünschenswert:
– Arabisch, Swahili, Wolof.

Der Verträge haben einen Umfang von 39 Stunden pro Monat und laufen zunächst bis Ende des Jahres. Eine Verlängerung ist möglich. Die Bezahlung erfolgt entsprechend der Regelungen an der Universität Bremen. Aussagekräftige Bewerbungen mit einem kurzen Lebenslauf bitte per E-Mail bis zum 16.5.2018 an:

Universität Bremen
InIIS / SFB 1342
Dr. Alex Veit
Mary-Somerville-Str. 7
28359 Bremen
E-Mail: veit@uni-bremen.de

Prof. Dr. Stefan Leibfired (1944-2018)Prof. Dr. Stefan Leibfired (1944-2018)
 

Was er für seine Kolleginnen und Kollegen, für die Institution SOCIUM, für die Universität Bremen bedeutet hat, ist in wenigen Sätzen nicht zu fassen. Seit 1974 Professor an der Universität Bremen, gehörte er 1979 zu den Gründern des interdisziplinären Forschungsschwerpunktes Reproduktionsrisiken, Soziale Bewegungen und Sozialpolitik, der zu einem Vorläufer des 1988 gegründeten, ebenfalls interdisziplinären Zentrums für Sozialpolitik (ZeS) wurde. Im ZeS baute er die Abteilung „Institutionen und Geschichte des Wohlfahrtsstaates“ auf und er war dann 2015 mit dabei, als das ZeS Teil des neuen SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik an der Universität Bremen wurde.

Stephan Leibfrieds Persönlichkeit ist mit wesentlichen Erfolgen der Bremer Sozialwissenschaften beim Gestalten von Forschungsprojekten und dem Einwerben von Drittmitteln verbunden. Er zählte zu den Initiatoren und Projektleitern des ersten von der Deutschen Forschungsgemeinschaft 1989-2001 an der Bremer Universität finanzierten Sonderforschungsbereichs „Statuspassagen und Risikolagen im Lebensverlauf“ (SFB 186) und gehörte zur Initiativgruppe um Michael Zürn und Bernhard Peters (beide InIIS), die den von 2003 bis 2014 geförderten Sonderforschungsbereich „Staatlichkeit im Wandel“ (SFB 597) aus der Taufe hoben. Ab 2004 war er zudem dessen Sprecher. Der jüngste Sonderforschungsbereich „Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik“ (SFB 1342), der seit Anfang dieses Jahres arbeitet, sah ihn schließlich als aktiven Ratgeber und hilfreichen Unterstützer.

 

Plakat_Politische Sprechstunde_freitagsPlakat_Politische Sprechstunde_freitags
Keine Bürokratie, keine Voraussetzungen - Einfach anmelden

„Wir suchen schon länger nach geeigneten Formaten, um mit Bürgerinnen und Bürgern über politische Themen ins Gespräch zu kommen“, sagt Dr. Roy Karadag. Der Politikwissenschaftler ist Geschäftsführer des Instituts für Interkulturelle und Internationale Studien (InIIS) im Fachbereich Sozialwissenschaften der Universität Bremen. Das Institut veranstaltet bereits jährlich eine Dieter Senghaas Lecture zu weltpolitischen Themen. Mit der Veranstaltung soll das Wirken des Mitbegründers und langjährigen Leiters des Instituts gewürdigt werden. Bei der jüngsten Veranstaltung im Haus der Wissenschaft über „Den Umgang mit dem Anderen im zeitgenössischen Islam“ sind Roy Karadag und seine Kollegen mit interessierten Bürgern ins Gespräch gekommen. „Wir haben sie dann direkt zu uns ins Institut eingeladen.“ Ein neues Format, die politische Sprechstunde, war geboren. „Wir wollen dieses Angebot nun verstetigen“, sagt Karadag.

Keine bürokratischen Hürden: Anmeldung genügt

Ab sofort bietet das InIIS eine offene Sprechstunde an. Eingeladen sind Mitmenschen, die Fragen zu internationaler Politik und Konflikten, zu politischen Entwicklungen und Veränderungen in Deutschland und der Welt haben und sich über diese Fragen gerne austauschen würden. Die Sprechstunde steht allen frei, bürokratische Hürden gibt es nicht. Wer Interesse hat, meldet sich vorab unter karadag@uni-bremen.de oder telefonisch unter der 0421-218-67468 bei Dr. Roy Karadag an und vereinbart einen Termin.

Fragen beantwortet:

Dr. Roy Karadag
karadag@uni-bremen.de

 

Dr. Roy KaradagDr. Roy Karadag
Roy Karadag in der FAZ über 15 Jahre Ministerpräsident Erdogan

Zum Interview.

Präsident Museveri (rechts) gratuliert Dr. Jude Kagoro. Präsident Museveri (rechts) gratuliert Dr. Jude Kagoro.
Auszeichnung für Verdienste um Polizeireform in Uganda

Dr. Jude Kagoro, wissenschaftlicher Mitarbeiter im DFG geförderten Projekt „Policing Africa“, das unter der Projektleitung von Prof. Klaus Schlichte am InIIS durchgeführt wird, erhielt am 6. Februar 2018 die Golden Jubilee Medal vom ugandischen Präsidenten Yoweri Museveni. Die Auszeichnung ist für ugandische Staatsbürger für besondere und außerordentliche Leistungen vorgesehen und soll Jude Kagoros Beiträge zu und Unterstützungen von Reformen innerhalb der ugandischen Polizei ehren.  In der Laudatio heißt es: „Dr. Jude Kagoro, despite his busy schedule at the University of Bremen in Germany, has dedicated time off to help in the establishment of the Police Senior Command and Staff College, guided research and tutored officers. Through his wide research on policing practices, he has not only helped in the development of Uganda Police Force but also contributed to ideology and doctrine. He has contributed enormously in several strategic meetings of the Ugandan Police, and his ideas have had a big impact.  He coordinated linkages with various international scholars and universities including the United Nations University for Peace, Costa Rica, which earned Uganda Police a mention during the United Nations General Assembly in 2017.”

Laptop mit Kaffee und Schreibblock (Grafik: CC0 Creative Commons)Laptop mit Kaffee und Schreibblock (Grafik: CC0 Creative Commons)
Tagung der DVPW Sektion Politische Theorie und Ideengeschichte an der Universität Bremen, 13.–15. März 2019

Demokratie und Wahrheit
Tagung der DVPW Sektion Politische Theorie und Ideengeschichte
an der Universität Bremen, 13.–15. März 2019

Call for Papers als PDF
Bitte senden Sie bei Interesse Ihren Abstract von nicht mehr als 300 Worten bis zum 1.8.2018 an wahrheit@uni-bremen.de

Eine alte Sorge kehrt zurück: Verlieren wir in den »westlichen« Demokratien den Respekt vor und den Kontakt zur Wahrheit? Die derzeitigen Debatten um das »postfaktische Zeitalter«, um »alternative Fakten« oder um »fake news« sind größtenteils von der Vorstellung getragen, unsere Demokratien benötigten Wahrheit für ihr gutes Funktionieren, und von der Angst getrieben, sie seien zugleich besonders anfällig für den Verlust von Wahrheit. Damit rücken sie das Verhältnis von Demokratie und Wahrheit ins Zentrum der gegenwärtigen Selbstverständigungsdebatten unserer Gesellschaften.
Allerdings gehen die medialen Diskussionen nahezu einhellig von der unhinterfragten Selbstverständlichkeit eines solchen Verhältnisses aus – und stehen damit in scharfem Kontrast zur Diskussion in der Politischen Theorie, in der die Notwendigkeit für, ja überhaupt die Existenz von Wahrheit in der Demokratie keineswegs als gegeben angenommen wird. Im Gegenteil, das Verhältnis von Demokratie und Wahrheit ist radikal umstritten: So kann man mit Platon bezweifeln, dass es Wahrheit in der Demokratie überhaupt geben kann, mit Hannah Arendt vor der Tyrannei der Wahrheit der Wahrheit in der Demokratie warnen, mit Jürgen Habermas der Demokratie selbst eine Rolle beim Auffinden von Wahrheit zusprechen oder mit Michel Foucault die Funktion des Aussprechens ungeschönter Wahrheiten für die Demokratie hervorheben.1 Jede dieser Alternativen – die lange nicht die Debatte erschöpfen – geht von einem anderen Verhältnis von Wahrheit und Demokratie aus und bewertet dieses jeweils unterschiedlich.
Doch nicht nur das Verhältnis von Demokratie und Wahrheit sowie seine Bewertung werden in der gegenwärtigen Debatte meist verkürzt dargestellt, auch die Formen von Wahrheit und Unwahrheit in der Demokratie werden nicht differenziert betrachtet. Dabei spielt es eine große Rolle, ob wir beispielsweise über Lügen, Propaganda oder Ideologie, über apodiktische Evidenzen, logische Wahrheiten oder fallibele Wissenszuschreibungen sprechen. Genauso ist
zu fragen, welchen Einfluss unterschiedlichen Medien auf die verschiedenen Formen von Wahrheit oder Falschheit in der Demokratie haben: Sind bewusst fabrizierte »fake news« in den Sozialen Medien wirklich etwas grundsätzlich Neues, beispielsweise gegenüber strikt auf Linie gebrachten Parteizeitungen? Verändern Geschwindigkeit und Reichweite tatsächlich auch die Wirkung echter oder alternativer Fakten?
Das Verhältnis von Wahrheit und Demokratie sowie die Formen von Wahrheit in der Demokratie: Diese beiden Dimensionen erlauben ganz unterschiedliche Zugänge, unter denen der ideengeschichtliche angesichts der tendenziell geschichtsvergessenen aktuellen Debatte besonders hervorzuheben ist. Wie bereits die wenigen referierten Positionen andeuten, ist die Diskussion um das Verhältnis von Wahrheit und Demokratie sowie seine Formen eine tief in der Geschichte politischer Philosophie bzw. Theorie verankerte. Die Tagung möchte dementsprechend systematische wie ideengeschichtliche Beiträge zu beiden Dimensionen zusammenbringen. Ihr Ziel ist es, die verschiedenen Annahmen über das Verhältnis von Demokratie und Wahrheit sowohl systematisch als auch historisch zu diskutieren und in Beziehung zu den verschiedenen Formen zu setzen, die Wahrheit in der Demokratie annehmen kann. Fragestellungen zum Verhältnis von Demokratie und Wahrheit könnten also lauten:
- Welche Rolle spielt Wahrheit in der Demokratie – und welche in der Demokratietheorie? Was ist die Funktion von Wahrheit in demokratischen Praktiken, und welchen Ort besetzen epistemologische Überlegungen in politischen Theorien?
- Darf, kann oder muss Demokratie epistemisch gerechtfertigt werden?
- Welche Bedeutung hat Wahrheit für Kritik in und an Demokratie?
- Wie stellt sich das Verhältnis von Wahrheit und Demokratie ideengeschichtlich betrachtet dar?
- In welcher Beziehung steht das Verhältnis von Wahrheit und Demokratie zu Ideologietheorien?
Indem wir zugleich die Formen von Wahrheit in der Demokratie in den Blick rücken, sollen auch Beiträge angeregt werden, die theoretische Überlegungen mit empirischen Untersuchungen verschränken. Beispiele für Fragestellung sind:
- Hat die »Angst vor der Wahrheit« (Boghossian) tatsächlich zu einer verstärkten Abwesenheit von Wahrheit in der politischen Debatte geführt? Welchen Einfluss haben unterschiedliche Medien?
- Ideologie, Propaganda, »post-truth« – welche Begriffe sind für schlagkräftige Gegenwartsdiagnosen geeignet?
- Ist die Lüge in der Politik notwendig? Und in der Politischen Theorie?
- Wie ist die Beziehung von Wissenschaft, wissenschaftlichem Wissen und Demokratie zu verstehen – gerade vor dem Hintergrund der Science and Technology Studies?
Die Tagung wird von Martin Nonhoff und Frieder Vogelmann an der Universität Bremen organisiert. Als Hauptvortragende haben bereits Andrea Kern (Universität Leipzig) und Frank Nullmeier (Universität Bremen) zugesagt.
Wir bitten um Vorschläge für Vorträge, die sich diesen und weiteren Fragen zum Thema Wahrheit und Demokratie widmen. Bitte senden Sie bei Interesse Ihren Abstract von nicht mehr als 300 Worten bis zum 1.8.2018 an wahrheit@uni-bremen.de (Ansprechpartner sind Martin Nonhoff oder Frieder Vogelmann). Wir informieren über die Annahme der Vorträge bis 31. August 2018. 

1 Vgl. der Reihe nach Platon: Politeia, in: Sämtliche Werke, hrsg. von Ursula Wolf, übers. von Friedrich Schleiermacher, Reinbek bei Hamburg 2011, Buch VIII; Arendt, Hannah: »Wahrheit und Politik«, in: dies.: Wahrheit und Lüge in der Politik. Zwei Essays, München 1972, S. 44–92; Habermas, Jürgen: »Hat die Demokratie noch eine epistemische Dimension? Empirische Forschung und normative Theorie«, in: ders.: Ach, Europa. Kleine politische Schriften XI, Frankfurt a. M. 2008, S. 138–191; Foucault, Michel: Der Mut zur Wahrheit. Die Regierung des Selbst und der anderen II. Vorlesung am Collège de France 1983/84, übers. von Jürgen Schröder, Berlin 2010.