News-Archiv

News filtern
Hans Joas, Foto: Ziko van Dijk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=36594837Hans Joas, Foto: Ziko van Dijk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=36594837
Postnationaler Imperialismus?" am 05.12. im Haus der Wissenschaft

Am 5. Dezember 2018 findet die Dieter Senghaas Lecture im Olbers-Saal im Haus der Wissenschaft statt (19 Uhr). Den Vortrag mit dem Titel „Postnationaler Imperialismus? Eine militaristische Denktradition und ihre gegenwärtige Bedeutung“ hält in diesem Jahr Prof. Dr. Dr. h.c. Hans Joas. 

Veranstaltungsplakat

Im Zentrum dieser vierten Senghaas Lecture steht der europäische Einigungsprozess, dessen Legitimation in beträchtlichem Maße in der erfolgreichen Etablierung einer stabilen „post-Hobbesschen“ Friedensordnung nach dem Zweiten Weltkrieg verankert ist. Bei den heutigen Bemühungen um eine gemeinsame europäische Verteidigungs- und Sicherheitspolitik stellt sich deshalb die entscheidende Frage, ob diese den Prinzipien folgen wird, die im Binnenverhältnis Europas gelten, oder ob wir Zeugen der Herausbildung einer neuen Weltmacht alter Schule, d.h. eines "postnationalen Imperialismus" sind. Dieser Frage geht der Vortrag auf dem Weg einer Auseinandersetzung mit historisch-soziologischen Überlegungen zu Europa von Otto Hintze und Carl Schmitt bis zur Gegenwart nach.

Hans Joas ist Ernst Troeltsch-Honorarprofessor an der Humboldt Universität zu Berlin. Zuvor war er Professur für Soziologie an der Universität Erlangen-Nürnberg und an der Freien Universität Berlin. Er war Professor an der University of Chicago und zwischen 2002 und 2011 Direktor des Max-Weber-Kollegs für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien in Erfurt und bis 2014 Permanent Fellow am Freiburg Institute of Advanced Studies. Er ist darüber hinaus vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Max-Planck-Forschungspreis (2015), mit der Werner-Heisenberg-Medaille der Alexander von Humboldt-Stiftung (2012) und dem Bielefelder Wissenschaftspreis (2010).

Mit dieser Vortragsreihe würdigen das Institut für Interkulturelle und Internationale Studien (InIIS) und die Landeszentrale für Politische Bildung Bremen Leben und Werk eines der international bekanntesten und geachteten Friedens- und Konfliktforschers, der seit 1978 an der Universität Bremen lehrt und forscht. In dem von Eckhard Jesse und Sebastian Liebold herausgegebenen Buch „Deutsche Politikwissenschaftler – Werk und Wirkung“ wird Dieter Senghaas als herausragender Wissenschaftler charakterisiert, der „eine ganze Generation von Menschen in der Friedensforschung, in der Friedensbewegung und in der entwicklungspolitischen ‚Szene‘ geprägt“ hat. Und weiter heißt es: „Wo Senghaas ist, ist Akademie, ist der lebhafte Austausch über den Wandel der Welt und über die Dynamik, die ihm innewohnt“. Mit dem von ihm entwickelten „zivilisatorischen Hexagon“, das auf die Möglichkeiten friedlicher Entwicklung in und zwischen Gesellschaften abhebt, hat er ein Paradigma geschaffen, das es bis in die Abituraufgaben deutscher Schülerinnen und Schüler und in die bedeutendsten Lehrwerke Internationaler Beziehungen geschafft hat. Sein Buch „Zivilisierung wider Willen“ über den langen und schwierigen Prozess einer nachhaltigen Friedensgestaltung in Europa ist in zahlreiche Sprachen, u.a. ins Chinesische, Arabische und Koreanische übersetzt worden. Sein Gesamtwerk umfasst u.a. 35 vom ihm verfasste Bücher sowie 35 weitere Bücher, an denen er als Herausgeber oder Ko-Autor beteiligt war.

Prof. Dr. Martin Nonhoff      (c)Kai-Uwe Bohn, Uni BremenProf. Dr. Martin Nonhoff (c)Kai-Uwe Bohn, Uni Bremen
Prof. Martin Nonhoff anlässlich der 31. Bremer Universitätsgespräche

Zum Interview.

Begrüßung:
Prof. Dr. Heiko Staroßom (Vorstand der Wolfgang-Ritter-Stiftung)

Einführung:

Prof. Dr. Martin Nonhoff (Professor für Politische Theorie an der Universität Bremen)
Prof. Dr. Olaf Groh-Samberg (Professor für Soziologie an der Universität Bremen &
Dean der BIGSSS)

Podiumsdiskussion:

Können wir noch miteinander reden? Das Auseinanderdriften der Gesellschaft und die Krise der Öffentlichkeit

Demokratien leben von der gelingenden Verständigung über kontroverse Themen und zwischen Konfliktparteien. In den letzten Jahren scheint diese jedoch immer schwieriger geworden zu sein. Einerseits haben ökonomische Ungleichheiten in Deutschland deutlich zugenommen, und mit ihnen auch die lebensweltlichen Unterschiede und Distanzen zwischen Arm und Reich. Gleichzeitig brechen Wertekonflikte auf, die an die Grundlagen identitärer Selbstverständnisse reichen und daher oft hochemotional diskutiert werden. Der öffentliche, zivilgesellschaftliche wie politische Diskurs, der hier gefragt wäre, wird vielmehr selbst grundlegend in Frage gestellt als hegemonialer Diskurs von Eliten und bestimmten sozialen Milieus, die sich von den Lebenslagen und Lebenswelten der weite Bevölkerungsteile längst entkoppelt hätten. Wie kann Verständigung noch gelingen angesichts von gravierenden Ungleichheiten und Konflikten?

Aydan Özoguz (SPD, Mitglied des Deutschen Bundestags)
Prof. Dr. Wolfgang Merkel (Direktor der Abteilung „Demokratie und Demokratisierung“
am WZB – Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung)
Jürgen Kaube (Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung)

Moderation: Stefanie Rohde (WDR, Deutschlandfunk)
Musik: Katharina Franck (Singer, Songwriter und Autorin)

Laptop mit Kaffee und Schreibblock (Foto: CC0 Creative Commons)Laptop mit Kaffee und Schreibblock (Foto: CC0 Creative Commons)
InIIS veranstaltet Workshop in Bremen am 27. Februar 2019

Der Call for Papers als PDF

Questions to be explored in the workshop can include, but are not limited to:
- What are the different ways in which conflict-affected communities experience gendered harms and vulnerabilities, both during war and in post-conflict transitions?
- How must the empirical and conceptual relationships between gender, victimhood vulnerabilities and/or agency be understood?
- What conceptualizations of gender and victimhood can yield a more productive debate about survivors' experiences of harms?
- How do survivors and war-affected communities exercise varying forms of agency to engage with their gendered conflict-related experiences?
We invite paper proposals from early career researchers (PhDs and Post-Docs) across various disciplines. In-depth case study analyses alongside theoretical explorations and empirically-grounded papers are welcome. The workshop will be interactive and participatory; participants are expected to present a research paper on the theme of the workshop, but will also be assigned another paper for discussion, and are expected to actively contribute to the discussion throughout the workshop.
If you would like to propose a paper, please submit an abstract of max. 250 words and a short academic bio by 15 November 2018 to Dr. Caterina Bonora (bonora@uni-bremen.de) and Dr. Philipp Schulz (pschulz@uni-bremen.de). There is no participation fee.

Philipp SchulzPhilipp Schulz
Conflict Research Society (CRS) zeichnet Artikel über sexualisierte Gewalt gegen Männer aus

Die Conflict Research Society (CRS) hat den Cedric Smith Preis 2018 an unseren Kollegen Dr. Philipp  Schulz verliehen. Der Cedric Smith Preis zeichnet jährlich den besten Aufsatz oder Artikel in der Friedens- und Konfliktforschung aus und wird an Promovierende an wissenschaftlichen Institutionen in Irland und Großbritannien verliehen. Der Preis bezieht sich explizit auf Philipps Schulz vor Kurzem veröffentlichen Artikel 'Displacement from Gendered Personhood: sexual violence and masculinities in northern Uganda', erschienen in International Affairs. Die Jury der Conflict Research Society bemerkte:

'Der Beitrag dieser Forschung geht über die Literatur zu sexueller Gewalt gegen Männer hinaus [...]. Die Jury war besonders beindruckt von der reflektierten, ethischen und gewissenhaften Art, in der die Forschung durchgeführt wurde, in einem überaus anspruchsvollem Umfeld, sowie von dem vorsichtigen Umgang mit Konzepten und dem nuancierten Argument.'

Der ausgezeichnete Artikel kann hier aufgerufen werden, die Mitteilung der Conflict Research Society ist hier zu finden.

International Affairs, Volume 94, Issue 5:1 September 2018, Seite 1101–1119

Plakat zur ITJP-VeranstaltungPlakat zur ITJP-Veranstaltung
Diskussionsveranstaltung in Genf mit Philipp Schulz, Yasmin Sooka und Heleen Touquet

Das Plakat zum Herunterladen (PDF).

This is a broad discussion on best practice in documenting cases of male sexual violence in conflict and post-conflict settings, drawing on experiences in Sri Lanka, South Sudan, the former Yugoslavia and Northern Uganda.

 

SPEAKERS:

  • Yasmin Sooka

Executive Director, Foundation for Human Rights,
South Africa and International Truth and Justice
Project - Sri Lanka (ITJP).

  • Dr. Heleen Touquet

Researcher and professor at the faculty of
Social Sciences, University of Leuven (Belgium).
She is the author ITJP’s new report on male
sexual violence.

  • Dr. Philipp Schulz

Post-doctoral researcher at the Institute for Intercultural and International Studies (InIIS) University of Bremen, Germany.

The ITJP will be releasing “Unsilenced” - a new
report that analyses 121 recent male sexual
violence cases it documented from Sri Lanka,
drawing lessons for addressing stigma, denial and
the silencing of victims.

Vortrag von Roy Karadag am 17.09.

Dass man angesichts der jüngeren politischen Dynamiken von keiner existierenden türkischen Demokratie mehr sprechen kann, ist inzwischen keine umstrittene Aussage mehr. Unklar ist allerdings, warum keine demokratischen Kräfte gegen die neue türkische Autokratie mobilisiert werden konnten. Dieser Beitrag beantwortet diese Frage mit Verweis auf neuere demokratietheoretische Erkenntnisse. Diese umfassen die Bedeutung von Faktoren wie Religion, Geschichte, Zivilgesellschaft und Gewalt und tragen letztendlich zu sehr negativen Bewertungen der Qualität türkischer politischer Institutionen bei.

Roy Karadag beschäftigt sich seit längerer Zeit mit den Entwicklungen der Türkei. Eine Auswahl seiner Radio- und Zeitungsbeiträge finden Sie hier.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Maritime Woche an der Weser statt. 

Bilder aus dem InIIS Newsletter No 8Bilder aus dem InIIS Newsletter No 8
InIIS Newsletter No 8 erschienen

Die PDF finden Sie hier.

Aktuelle Nachrichten im InIIS Twitter.

Plakat AntrittsvorlesungPlakat Antrittsvorlesung
Antrittsvorlesung von Prof. Dr. Martin Nonhoff

Poster: Women and the White HousePoster: Women and the White House
Vortrag und Diskussion mit Lilly Goren am 26.06.

Das Plakat zum Herunterladen (PDF)

Prof. Lilly Gorens Website

Im Bremer Kolloquium zur Politischen Theorie, das wöchentlich am InIIS stattfindet, wechseln Beiträge von Gästen und InIIS-Mitgliedern sowie Diskussionen aktueller Literatur aus dem Bereich Politische Theorie.

Besonders hervorzuheben ist die Reihe „Wilde Theorie“. Sie besteht aus einer Serie von Vorträgen und Workshops zu aktuellen Arbeiten in der politischen Theorie bestehen, zu denen die Teilnehmer_innen des Kolloquiums sowie weitere Interessierte herzlich eingeladen sind. In loser Folge laden wir dazu Theoretiker_innen nach Bremen ein, die sich in der Phase zwischen Doktorarbeit und Professur befinden, damit sie ihre jeweils aktuellen Projekte vorstellen – und hoffentlich im Austausch mit uns weiterentwickeln. Gelegenheit dafür gibt jeweils ein öffentlicher Vortrag im Rahmen des Kolloquiums mit einem anschließenden Workshop. Dieser Workshop soll der produktiven Diskussion des Themas dienen, indem thematisch einschlägige Texte und/oder eigene Arbeiten der Bremer Teilnehmer_innen gelesen und diskutiert werden.

Texte (gescannte Literatur und Papiere der Referenten) werden vorab über den Verteiler des Kolloquiums zur Verfügung gestellt. Alternativ hierzu können sich Angehörige der Universität Bremen auf StudIP zur Studiengruppe „Kolloquium Politische Theorie“ anmelden, wo die Dateien ebenfalls zur Verfügung stehen werden.

Eingeladen sind alle Interessierten – geben Sie also dieses Programm gerne weiter. Falls Sie sich auf den Mailverteiler setzen lassen möchten, kontaktieren Sie bitte Frieder Vogelmann unter frieder.vogelmann@uni-bremen.de. Zu den Workshops bitten wir um vorherige kurze Anmeldung (Kontakt siehe jeweils im Programm), gerne spätestens eine Woche vorab, damit wir alle Interessierten gut einbinden können.

 

Laptop mit Kaffee und Schreibblock (Grafik: CC0 Creative Commons)Laptop mit Kaffee und Schreibblock (Grafik: CC0 Creative Commons)
Tagung der DVPW Sektion Politische Theorie und Ideengeschichte an der Universität Bremen, 13.–15. März 2019

Demokratie und Wahrheit
Tagung der DVPW Sektion Politische Theorie und Ideengeschichte
an der Universität Bremen, 13.–15. März 2019

Call for Papers als PDF
Bitte senden Sie bei Interesse Ihren Abstract von nicht mehr als 300 Worten bis zum 1.8.2018 an wahrheit@uni-bremen.de

Eine alte Sorge kehrt zurück: Verlieren wir in den »westlichen« Demokratien den Respekt vor und den Kontakt zur Wahrheit? Die derzeitigen Debatten um das »postfaktische Zeitalter«, um »alternative Fakten« oder um »fake news« sind größtenteils von der Vorstellung getragen, unsere Demokratien benötigten Wahrheit für ihr gutes Funktionieren, und von der Angst getrieben, sie seien zugleich besonders anfällig für den Verlust von Wahrheit. Damit rücken sie das Verhältnis von Demokratie und Wahrheit ins Zentrum der gegenwärtigen Selbstverständigungsdebatten unserer Gesellschaften.
Allerdings gehen die medialen Diskussionen nahezu einhellig von der unhinterfragten Selbstverständlichkeit eines solchen Verhältnisses aus – und stehen damit in scharfem Kontrast zur Diskussion in der Politischen Theorie, in der die Notwendigkeit für, ja überhaupt die Existenz von Wahrheit in der Demokratie keineswegs als gegeben angenommen wird. Im Gegenteil, das Verhältnis von Demokratie und Wahrheit ist radikal umstritten: So kann man mit Platon bezweifeln, dass es Wahrheit in der Demokratie überhaupt geben kann, mit Hannah Arendt vor der Tyrannei der Wahrheit der Wahrheit in der Demokratie warnen, mit Jürgen Habermas der Demokratie selbst eine Rolle beim Auffinden von Wahrheit zusprechen oder mit Michel Foucault die Funktion des Aussprechens ungeschönter Wahrheiten für die Demokratie hervorheben.1 Jede dieser Alternativen – die lange nicht die Debatte erschöpfen – geht von einem anderen Verhältnis von Wahrheit und Demokratie aus und bewertet dieses jeweils unterschiedlich.
Doch nicht nur das Verhältnis von Demokratie und Wahrheit sowie seine Bewertung werden in der gegenwärtigen Debatte meist verkürzt dargestellt, auch die Formen von Wahrheit und Unwahrheit in der Demokratie werden nicht differenziert betrachtet. Dabei spielt es eine große Rolle, ob wir beispielsweise über Lügen, Propaganda oder Ideologie, über apodiktische Evidenzen, logische Wahrheiten oder fallibele Wissenszuschreibungen sprechen. Genauso ist
zu fragen, welchen Einfluss unterschiedlichen Medien auf die verschiedenen Formen von Wahrheit oder Falschheit in der Demokratie haben: Sind bewusst fabrizierte »fake news« in den Sozialen Medien wirklich etwas grundsätzlich Neues, beispielsweise gegenüber strikt auf Linie gebrachten Parteizeitungen? Verändern Geschwindigkeit und Reichweite tatsächlich auch die Wirkung echter oder alternativer Fakten?
Das Verhältnis von Wahrheit und Demokratie sowie die Formen von Wahrheit in der Demokratie: Diese beiden Dimensionen erlauben ganz unterschiedliche Zugänge, unter denen der ideengeschichtliche angesichts der tendenziell geschichtsvergessenen aktuellen Debatte besonders hervorzuheben ist. Wie bereits die wenigen referierten Positionen andeuten, ist die Diskussion um das Verhältnis von Wahrheit und Demokratie sowie seine Formen eine tief in der Geschichte politischer Philosophie bzw. Theorie verankerte. Die Tagung möchte dementsprechend systematische wie ideengeschichtliche Beiträge zu beiden Dimensionen zusammenbringen. Ihr Ziel ist es, die verschiedenen Annahmen über das Verhältnis von Demokratie und Wahrheit sowohl systematisch als auch historisch zu diskutieren und in Beziehung zu den verschiedenen Formen zu setzen, die Wahrheit in der Demokratie annehmen kann. Fragestellungen zum Verhältnis von Demokratie und Wahrheit könnten also lauten:
- Welche Rolle spielt Wahrheit in der Demokratie – und welche in der Demokratietheorie? Was ist die Funktion von Wahrheit in demokratischen Praktiken, und welchen Ort besetzen epistemologische Überlegungen in politischen Theorien?
- Darf, kann oder muss Demokratie epistemisch gerechtfertigt werden?
- Welche Bedeutung hat Wahrheit für Kritik in und an Demokratie?
- Wie stellt sich das Verhältnis von Wahrheit und Demokratie ideengeschichtlich betrachtet dar?
- In welcher Beziehung steht das Verhältnis von Wahrheit und Demokratie zu Ideologietheorien?
Indem wir zugleich die Formen von Wahrheit in der Demokratie in den Blick rücken, sollen auch Beiträge angeregt werden, die theoretische Überlegungen mit empirischen Untersuchungen verschränken. Beispiele für Fragestellung sind:
- Hat die »Angst vor der Wahrheit« (Boghossian) tatsächlich zu einer verstärkten Abwesenheit von Wahrheit in der politischen Debatte geführt? Welchen Einfluss haben unterschiedliche Medien?
- Ideologie, Propaganda, »post-truth« – welche Begriffe sind für schlagkräftige Gegenwartsdiagnosen geeignet?
- Ist die Lüge in der Politik notwendig? Und in der Politischen Theorie?
- Wie ist die Beziehung von Wissenschaft, wissenschaftlichem Wissen und Demokratie zu verstehen – gerade vor dem Hintergrund der Science and Technology Studies?
Die Tagung wird von Martin Nonhoff und Frieder Vogelmann an der Universität Bremen organisiert. Als Hauptvortragende haben bereits Andrea Kern (Universität Leipzig) und Frank Nullmeier (Universität Bremen) zugesagt.
Wir bitten um Vorschläge für Vorträge, die sich diesen und weiteren Fragen zum Thema Wahrheit und Demokratie widmen. Bitte senden Sie bei Interesse Ihren Abstract von nicht mehr als 300 Worten bis zum 1.8.2018 an wahrheit@uni-bremen.de (Ansprechpartner sind Martin Nonhoff oder Frieder Vogelmann). Wir informieren über die Annahme der Vorträge bis 31. August 2018. 

1 Vgl. der Reihe nach Platon: Politeia, in: Sämtliche Werke, hrsg. von Ursula Wolf, übers. von Friedrich Schleiermacher, Reinbek bei Hamburg 2011, Buch VIII; Arendt, Hannah: »Wahrheit und Politik«, in: dies.: Wahrheit und Lüge in der Politik. Zwei Essays, München 1972, S. 44–92; Habermas, Jürgen: »Hat die Demokratie noch eine epistemische Dimension? Empirische Forschung und normative Theorie«, in: ders.: Ach, Europa. Kleine politische Schriften XI, Frankfurt a. M. 2008, S. 138–191; Foucault, Michel: Der Mut zur Wahrheit. Die Regierung des Selbst und der anderen II. Vorlesung am Collège de France 1983/84, übers. von Jürgen Schröder, Berlin 2010.