Programm

Eine alte Sorge kehrt zurück: Verlieren wir in den »westlichen« Demokratien den Respekt vor und den Kontakt zur Wahrheit? Die derzeitigen Debatten um das »postfaktische Zeitalter«, um »alternative Fakten« oder um »fake news« sind größtenteils von der Vorstellung getragen, unsere Demokratien benötigten Wahrheit für ihr gutes Funktionieren, und von der Angst getrieben, sie seien zugleich besonders anfällig für den Verlust von Wahrheit. Damit setzen sie ein Verhältnis von Demokratie und Wahrheit voraus, das in der Politischen Theorie stark umstritten ist. Die Tagung diskutiert daher das Verhältnis von Wahrheit und Demokratie aus verschiedenen Perspektiven.

Anmeldungen werden bis zum 6. März erbeten unter wahrheit@uni-bremen.de.

Mittwoch, 13. März 2019

13:30–14:30 Uhr Auftakt

Martin Nonhoff (U Bremen): Begrüßung

Frieder Vogelmann (U Bremen): Mit Unwahrheit kämpfen. Zur Aktualität von Vernunftkritik (Einführungsvortrag)

14:30–14:45 Uhr Pause

14:45–17:00 Uhr Panel 1: Wahrheit ent-gründen: Postfundamentalistische Theorien des Politischen und die Frage der Wahrheit

Moderation: Eva Hausteiner

Lucas von Ramin (TU Dresden): Politiken der Wahrheit. Illiberale Folgen postfundamentalistischer Theoriebildung

Anna Hollendung (U Kiel): Über den Zwangscharakter von Wahrheit am Beispiel des antidemokratischen Wahrheitsbegriffs von Alain Badiou

Oliver Hidalgo (U Regensburg): Demokratie zwischen Universalität und Partikularität oder: Der konstitutive Charakter demokratischer Aporien

17:00–18:00 Uhr Nachwuchsversammlung

18:00–19:30 Uhr Keynote 1

Moderation: Martin Nonhoff

Frank Nullmeier (U Bremen): Fallibilitäten von Wissen und demokratischen Entscheidungen. Oder: Über den Unterschied von Wahrheit und kollektiver Verbindlichkeit

 

Donnerstag, 14. März 2019

9:45–10:30 Uhr Panel 2: Wahrheit sagen: zwischen Zwang und Freiheit

Moderation: Gundula Ludwig

Floris Biskamp (U Tübingen): Die Wahrheit ist nicht genug

10:30–11:00 Uhr Pause

11:00–12:30 Uhr Panel 3: Wahrheit produzieren: Wissenschaften in der Demokratie

Moderation: Christian Volk

Ludwig, Gundula (U Bremen): Von der Wahrheit der Körper zur Wahrheit der Demokratie. Medizinische Wahrheitsregime und die Genealogie der Demokratie

Schölzel, Hagen (U Erfurt): Öffentlichkeiten und ihre Feinde: Postfaktizität und Demokratietheorie aus Sicht der STS

12:30–14:15 Uhr Mittagspause

14:15–15:45 Uhr Panel 4: Wahrheit fälschen: Verschwörungstheorien

Moderation: Martin Saar

Hausteiner, Eva (U Bonn): Stigmatisiert oder salonfähig? Digitales Verschwörungsdenken und Demokratie

Salzborn, Samuel (TU Berlin): Die »Wahrheit« der Antidemokraten. Zur politischen Theorie von Aleksandr Dugin

15:45–16:15 Uhr Pause

16:15–17:45 Uhr Sektionsversammlung

17:45–18:00 Uhr Pause

18:00–19:30 Uhr Keynote 2

Moderation: Frieder Vogelmann

Elif Özmen (U Gießen): Der politische Wert der Wahrheit oder Warum „2+2=4“ nicht nur richtig, sondern wichtig ist

 

Freitag, 15. März 2019

9:30–11:00 Uhr Panel 5: Wahrheit per Verfahren: Wählen und deliberieren

Moderation: Franziska Martinsen

Dominik Klein & Johannes Marx (U Bamberg): Gelingensbedingungen demokratischer Entscheidungsverfahren

Sascha Dickel & Andreas Wenninger (U Mainz): Soziologie der Post-Faktizität. Ambivalenzen der öffentlichen Kommunikation von Fakten unter digital-partizipativen Bedingungen

11:00–11:30 Uhr Pause

11:30–13:00 Uhr Keynote 3

Moderation: Martin Nonhoff

Oliver Flügel-Martinsen (U Bielefeld): Wahrheitsskepsis und die Perspektiven radikaler Demokratie